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Editorial Dezember 2024 bis Februar 2025

Sun, 24 Nov 2024 15:57:43 +0000 von RG W

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann fängt eigentlich Weihnachten an? Beginnt es, wenn die ersten Lichterketten aufgehängt werden und die Dörfer und Städte im Glanz der Vorweihnachtszeit erstrahlen? Wenn die ersten Plätzchen gebacken werden oder die ersten Weihnachtslieder erklingen? Wenn die Weihnachtsmärkte öffnen und der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln durch die Straßen zieht? Vielleicht beginnt es auch, wenn die ersten Schneeflocken fallen und uns an die unbeschwerte Kindheit erinnern, als Weihnachten noch voller Zauber war. Für manche Menschen beginnt Weihnachten, sobald die Geschenke besorgt sind, für andere erst, wenn der letzte Stress nachlässt und die ersehnte Stille einkehrt. 

Für mich beginnt Weihnachten im Herzen – dort, wo wir bereit sind, den wahren Sinn dieses Festes zu erfassen. Weihnachten fängt dort an, wo wir innehalten und Raum schaffen, damit etwas Größeres in unser Leben tritt. Es beginnt, wenn wir in der Hektik des Alltags Momente des Friedens und der Liebe finden. Wenn wir uns fragen: Worum geht es wirklich? Es geht um das Geschenk Gottes an die Welt – ein kleines Kind, geboren unter einfachsten Umständen, das uns Frieden bringt. Ein Kind, das uns zeigt, dass Gott uns so sehr liebt, dass er selbst Mensch wird und unter uns lebt.

Weihnachten beginnt nicht erst, wenn die Kerzen brennen oder das Festmahl auf dem Tisch steht. Es beginnt in dem Moment, in dem wir uns für die Botschaft dieses Festes öffnen. Dort, wo wir uns bewusst machen, dass Weihnachten mehr ist als Konsum, Lichterglanz und Hektik. Es ist die lebendige Erinnerung an Gottes Nähe und seine Liebe, die auch in unserem hektischen Alltag einen Platz finden möchte.

Und für mich endet Weihnachten nicht mit dem Fest. Es geht weiter, wenn wir die Liebe, die uns in Jesus Christus geschenkt wird, nicht für uns behalten, sondern sie mit anderen teilen. Mit denen, die uns nahestehen, aber auch mit denen, die allein sind, in Not oder die wir allzu leicht übersehen. Wenn wir mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort oder einer helfenden Hand ein Stück des Friedens weitertragen, den Jesus uns gebracht hat.

Die Jahreslosung für 2025 erinnert uns daran: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicher 5,21). In Zeiten des Leids, der Unruhe und der Unsicherheit dürfen wir das Gute nicht aus den Augen verlieren. Wir sollten das Gute erkennen, bewahren und es weitergeben. Denn das Gute, der Friede und die Nächstenliebe, die wir erleben, werden stärker, wenn wir sie teilen. So bleibt die Weihnachtsbotschaft auch über die Festtage hinaus lebendig und wirksam.

Lassen Sie uns gemeinsam Weihnachten in unseren Herzen beginnen, indem wir uns auf das Wesentliche besinnen: die Liebe Gottes, die uns in Jesus Christus geschenkt ist. Und lassen Sie uns diese Liebe hinaus in die Welt tragen – in unsere Familien, in unsere Gemeinden und überall dort, wo Menschen auf Frieden, Trost und Zuwendung warten. Eine gesegnete Adventszeit, friedvolle Weihnachten und ein von Gottes Liebe erfülltes neues Jahr wünscht Ihnen

Ihre Vikarin
Anaïs Berghem
Quelle: Privat
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