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St. Dionysius-Kirche Asel

Quelle: aw

Die Geschichte der kleinen und der großen Glocke

Die Zeit der stillen Glocken in Asel sind – Gott sei Dank – vorbei. Nun kann man wochentags die kleine Glocke und am Wochenende die große Glocke wieder hören!

Was war geschehen?

Erst gab der Motor der kleinen Glocke den Geist auf und einige Monate danach leider auch der Motor der großen Glocke. Nachdem ein Angebot der Firma Rincker für eine Läuteanlage gekommen war, musste der KV erst mal schlucken! Man stellte sich die Frage, ob alles neu müsse oder ob man die alten Motoren überholen lassen solle. Bei einer neuen Anlage wären die Elektromotoren aus Italien oder aus China geliefert und verbaut worden. Unsere defekten Motoren sind mit einem manuellen Mechanismus ausgestattet, der die ständig wechselnde Drehrichtung des Motors erzeugt. Diese Art Antriebe wurden seit den 1950er- Jahren produziert und weltweit vertrieben. Unsere sind etwa 60 Jahre alt, und soviel mir bekannt ist, waren sie auch nie kaputt. 

Wir haben die Motoren ausgebaut und nach Emden gebracht. Dort wurden die Fehler gesucht und ein Angebot für die Reparatur/Überholung gemacht. Dies war deutlich günstiger als eine neue Anlage. Außerdem ergab die Recherche, dass neue Motoren über Sensoren gesteuert werden, die im schlimmsten Fall dafür sorgen können, dass die Glocken überschlagen und aus der Verankerung brechen. Das ist so tatsächlich schon vorgekommen. 

Da diese Motoren für die damalige Zeit ein Wunder der Ingenieurskunst waren, stimmte der Kirchenvorstand für eine Überholung.  Wir haben einen Antrag auf Übernahme der Kosten beim Immobilienausschuss des Kirchenkreises Harlingerland gestellt. Diese haben die Finanzierung zugesagt, somit konnten wir den Auftrag erteilen. Die Firma Janssen in Emden hat die Antriebsmaschinen teilweise neu gewickelt und überholt. Nach der Instandsetzung haben wir die Motoren abgeholt und wieder eingebaut, und siehe da, die Zeit der Glockenstille wurde zur Vergangenheit! Nun sollten sie hoffentlich wieder einige Jahrzehnte laufen.

Vielen Aselern ist es aufgefallen, sie freuen sich und sagen: “Wat mooi dat is, wenn de Glocken lüden.“ Außerdem kommen nun alle Kinder wieder pünktlich um 18:00 Uhr nach Hause. 

Friedrich Frerichs


Adresse

 Karl-Schaaf-Weg 2 
 26409 Wittwund 

Die romanische Kirche ist im 13. Jahrhundert aus Granitquadern erbaut worden. Granit gibt es in Ostfriesland nur als eiszeitliches Geschiebe. Und so ist es zunächst die Außenfassade aus vielfarbigem Granit, die Besucherinnen und Besucher fasziniert. 

Das Dorf Asel war im 16. Jahrhundert ein Vorreiter der Reformation. Der Prediger Mamme Folkhardt trieb von Asel aus die Reformation im Harlingerland voran, leider führte das auch zu einem Bildersturm. Alle Bilder und der Altar aus dem Mittelalter gingen der Kirche verloren, ein Schicksal, das sie mit vielen Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel teilt. Schätzungen gehen von Verlusten durch den Reformatorischen Bildersturm von 75 bis über 95 Prozent der mittelalterlichen Kirchenausstattungen in Ostfriesland aus.

Die Innenausstattung ist denn auch gänzlich aus nachreformatorischer Zeit: Claes Röttger schuf 1608 die Kanzel, deren Malereien aus dem Jahr 1752 stammen. Der Altaraufsatz aus dem 17. Jahrhundert ist als fünfteiliger Katechismusaltar gestaltet. Über dem Taufbecken hängt ein barocker Taufengel von 1752/53 von David Benjamin Opitz. 

Die Orgel wurde 1855/56 von Gerd Sieben Janssen mit sieben Registern auf einem Manual mit angehängtem Pedal erbaut und 1953 von der Orgelbaufirma Alfred Führer klanglich umgestaltet. Besonders wertvoll ist der original erhaltene, stilistisch noch spätbarocke Prospekt.